6. Juni 2026 - Kitz Nummer 12+13, dank perfekter Teamarbeit!
Um 5.50 melde ich dem Tower den Einsatz von Heute in der Flugverbotszone vorschriftmässig an. Daniel wird um 6 Uhr mit fliegen beginnen. Zwei Wiesen eines Bauern sind vorerst auf dem Programm. Diese Wiesen leer, kommt umgehend der Landwirt vorbei und beginnt zu mähen - mustergültig, wie es sein soll, um Restrisiken zu minimieren. Ich bin derweil mit Helferin Catherine hinzu gekommen und wir fliegen noch ein paar Wiesen in der Nachbarschaft ab. Eine Katze und zwei trächtige Geissen sind dort unterwegs.
Derweil hat der Bauer die eher kleinen Wiesen bereits fertig gemäht. Vier weitere Wiesen stehen noch an. Ich fahre mit Catherine zur ersten davon und entdecke sehr rasch eine Geiss mit Zwillingen. Hier braucht es mehr Personal. Wiese Vier wartet mit zwei Geissen auf, ohne sichtbare Kitze, aber mit reichlich Bäumen. Das erhöht das Risiko erheblich, weil die Drohne nicht durch das Laub hindurch sehen kann. Es gilt also zusätzlich in mehr Abstand von einer seitliche Position aus und mit abgewinkelter Optik zu fliegen. Weiterhin kein Hinweis auf ein Kitz. Wiese Fünf ist leer. Dann braucht es eine Pause um Akkus nachzuladen.
Mit dem Bauern eine fixe Zeit vereinbart ist derweil auch Pfisti als zusätzlicher Helfer vor Ort. Die Geiss ist aktuell alleine. Drum steuere ich meine Drohne zur Sicherheit von Traktor aus, um direkt mit dem Bauern reagieren zu können. Die beiden Helfer:innen stehen - über Funkgeräte mit mir verbunden - bereit um die Kitze zu vertreiben, sollten sie in die Nähe des Mähwerks gelangen. Zum Glück sind sie derweil aber ihrer Mutter in ein Getreidefeld gefolgt. So gibt's sogar noch ein paar extra Aufnahmen des glücklichen Trios. Die restlichen Wiesen verlangen wegen der Bäume den Helfer:innen viel Fussarbeit ab, um unter deren Krone zu suchen. Es ist aber kein Kitz anwesend. Der Rest der Wiesen ist frei.
Heute hat es sich nicht nur richtig gelohnt mit zwei sicheren Kitzen - es hat auch gezeigt wie eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Schäden verhindern kann. Grosses Kompliment an Bauer Martin!
27. Mai 2026 6 Wiesen ohne Kitz
Weil auf uns ein strenger Arbeitsmorgen wartet, sind Heute die Piloten Erwin und Daniel, Helfer Pfisti und Helferin Patrizia sowie Jäger Serge im Einsatz. Es werden diesmal bloss erwachsene Tiere gefunden. Der sehr gewissenhafte Bauer ist gleich zu Beginn schon am Einsatzort und mäht gleich jeden frei gegebenen Sektor. Das ist perfektes Teamwork.
Ganz im Gegensatz dazu erwartet ein verantwortungsloser Bauer von uns spontan seine Wiesen abfliegen zu gehen. Jetzt wo es bereits viel zu heiss ist um noch etwas erkennen zu können. Zudem ist in diesem Gebiet ein Milan sesshaft, der die Drohne angreift. Hier kann nur bei Dunkelheit geflogen werden! Die Umstände dem Bauern erklärt, geht der dann trotzdem mähen - auf Biegen und Brechen - komplett verantwortungslos! Der wusste ja schon gestern, dass er Heute mähen will und hätte das rechtzeitig melden können. So geht das nicht! In jeder Berufsgattung gibt es leider auch schwarze Schafe.
26. Mai 2026 - Kitz Nummer 11
Um 5.48 wach, melde gleich dem Tower den Einsatz an. Daniel wird um 6 Uhr mit abfliegen beginnen. Das gestern gefundene Kitz ist immer noch am gleichen Ort. Aber als Helfer Pfisti sich ihm nähert, steht es auf und verabschiedet sich in den Wald hinein. Der Bauer schon vor Ort kann nun gleich mähen und alles geht gut. Derweil fliegt Daniel eine nicht rechtzeitig gemeldete Wiese eines anderen Bauern auch noch ab. Zum Glück findet er dort drin nichts.
Vorausflug von 6 Wiesen
Ich warte bei der Strasse auf Daniel, der um 20.20 eintrifft. Wir fahren zusammen zum Vorabflug von Michel Simon‘s Wiesen von Morgen. Jäger Serge wartet auf uns an der Betonstrasse. Wir fahren soweit die befestigte Strasse geht zur Kreyenberg-Wiese. Dort steigen wir in Serge‘s Auto um. Damit geht’s über einen üblen Ackerweg bis zu dessen Ende. Ab dort starte ich die Drohne um zwei grosse Wiesen abzufliegen. Der obere Teil ist leer. Der mittlere Teil hat eine hochträchtige Geiss drin liegen. Jäger Serge sieht den Grund der Leere im Luchs der hier verkehre. Zuletzt noch die Kreyenberg-Wiese gefolgen (sie ist leer) verabschieden wir uns. Weiter geht's zur nächsten Wiese. Dort ist eine Geiss, die Daniel schon am Samstag gesehen hatte, immer noch präsent. Er vermutet ein Kitz unter den Bäumen. Sie werden diese Morgen zur Sicherheit ablaufen. Die fünfte Parzelle ergibt zwei Rehe und einen Mini-Leuchtpunkt. Ist das ein frisch gesetztes Kitz? Es ist zu dunkel für die Tageslicht-Optik und die Geiss nahe dabei riskiere ich nicht weniger hoch zu fliegen. Wenn‘s eins ist, wird die andere Crew es Morgen auch wieder finden. Nun noch zum winzigen Stück bei den Häusern. Diese Wiese ist leer. Schon 22 Uhr vorbei, gilt es noch alle Morgen agierenden Personen zu informieren.
Pfingstmontag, 25. Mai 2026 - weitere 4 Kitze (Nummer 7-10)
Gnadenlos weckt mich der Alarmton Punkt 4 Uhr - knapp 3 1/2 Stunden nach dem einschlafen. Ich stehe sofort auf und bereite mich vor - mit 45 Minuten Zeit für alle Vorbereitungen, inklusive Anmeldung der Flüge beim Tower des Flughafens. Beide anderen Piloten Eugen und Daniel, Helfer Pfisti und Helferin Patrizia, sowie die Jäger Marcel, Dominique und Jascha vervollständigen die Heutige Crew. Ich teile uns in zwei Gruppen auf und Punkt 5 Uhr geht es los. Ich habe Daniel, Dominique und Pfisti bei mir. Daniel soll direkt zu seinen ersten zwei Wiesen weiter fahren. Meine doppelte Wiese ergibt lediglich eine Geiss. Grad als wir weiter fahren wollen, ruft Daniel an er habe ein Kitz in der oberen Wiese entdeckt. Also fahren wir zu ihm und innert 10 Minuten ist ein erneut sehr junges Kitz unter einer Kiste verpackt. Nun also weiter. Beim passieren der Wasserturmlichtung sehen wir dort Eugen mit seinem Team die ihre ersten drei Wiesen absuchen. Unsererseits ist Daniel mit der Schrebergartenwiese dran, ich fahre voraus zu der mit dem Gestern georteten Kitz von drin. Ich finde aber jetzt keinen Wärmepunkt. Seltsam bei einer so gut geschützten Wiese, ordentlich weit vom Fahrweg entfernt. Das Team ist inzwischen nachgerückt. Es gilt zur Sicherheit zu Fuss unter die Bäume nachschauen gehen, denn die können ein Kitz für die Drohne fast unsichtbar werden lassen. Das Resultat ist frustrierend, aber wenigstens "natürlich". Das Kitz wurde in der Nacht von einem Räuber gerissen und etwa zur Hälfte aufgefressen! Dabei war’s ja schon recht gross. Also geht es frustriert weiter zu den nächsten drei Wiesen. Ich entscheide wegen dem zweiten gestern gesehenen Kitz zuerst diese zu fliegen. Heute ist die Wiese aber leer - allerdings mit schon einigen "falschen" Wärmequellen durch Sonneneinstrahlung. Trotzdem bin ich mir sicher - hier ist aktuell kein Kitz. Es folgen dann noch sechs andere Wiesen in der direkten Umgebung, die ein Bauer unüberlegt sehr kurzfristigst noch angemeldet hatte. Diese Wiesen ergeben insgesamt drei erwachsene Rehe - darunter eine hochträchtige Rehgeiss.
Im anderen Team mit Erwin als Pilot wurden derweil in einer Wiese Zwillinge gefunden und gesichert. Ein bereits mobiles Kitz wurde in einer anderen Wiese gefunden und zum verlassen der Wiese gedrängt. Derweil ist es bereits so sonnig und warm, dass eine seriöse Beurteilung von zwei weiteren angemeldeten Wiesen nicht mehr möglich ist. Einen der betroffenen Bauern kann ich überzeugen, bis Morgen zu warten. Der andere - so erfahre ich später - ist trotz hohem Restrisiko dennoch mähen gegangen - eigentlich verantwortungslos von ihm, jetzt wo so viele sehr junge Kitze gefunden werden. Zuletzt müssen die drei festgesetzten Kitze wieder frei gelassen werden, damit ihre Mütter sie an einen neuen sicheren Ort bringen können.
Knapp vor dem Eindunkeln mache ich mich noch einmal auf den Weg, um eine für Morgen gemeldete Wiese abzusuchen. Das Waldrand-U ist wegen der vielen Bäume aber eine grosse Herausforderung. Dafür ist der Kontrast gut. 170 Meter vom Weg abwärts am linken Waldrand stosse ich dann auf einen Leuchtpunkt. Es hat noch genug Licht um den eindeutig als Rehkitz zu identifizieren. Der Rest der Wiese ist leer. Es gilt die Crew von Morgen noch zu informieren.
Die Kitze von Pfingstmontag, 25. Mai
23. Mai 2026 - 4 Kitze (Nummer 4-6)
Um 05.20 treffen sich die zuständigen Jäger, eine Helferin und die Piloten um vier Wiesen abzusuchen. Eine Rehgeiss grast in der grösseren Wiese und in einiger Entfernung erkenne ich zwei winzige Leuchtpunkte. Können das Kitze sein? bereits hell genug ist mit dem Tageslichtbild im hohen Gras rein gar nichts auszumachen. Die Jäger müssen zu den beiden Stellen dirigiert werden. Und siehe da - da liegen zusammengerollt zwei winzige Kitze, die kaum älter als zwei Tage alt sind. Solche Winzlinge würden ohne Wärmebildkamera niemals entdeckt werden können. Bald sind die zwei Kitze unter einer Harasse geschützt und der avisierte Bauer kommt umgehend mähen.
Parallel dazu hat der zweite Pilot zwei andere Wiesen abgesucht und die Funde von gestern Nacht bestätigen sich. Auch hier hat es zwei Kitze in der einen Wiese. So wechselt das Team zum zweiten Standort und der Bauer ist auch schon bereit. erst müssen aber noch die Kitze geborgen werden. Das erste ist bald in einer Kiste gesichert und wird aus dem Feld getragen. Das zweite Kitz finden wir leider tot vor - noch warm, aber mit Bissverletzungen am Schädel. Ein Raubtier muss es offenbar zufällig gefunden haben. Dass es noch hier liegt, deutet darauf hin, dass seine Mutter den Angreifer verscheucht hat, aber leider zu spät. Tragisch, aber wenigstens Teil der Natur.
Alle Wiesen gemäht, werden die Kitze in hohem Gras aus der kurzen "Schutzhaft" entlassen und mit Gras bedeckt um sie vor Raubvögeln zu schützen. Ihre Mütter werden sich bald wieder um sie kümmern.
Die glücklichen Kitze vom 23. Mai
22. Mai 2026 Vorausflüge mit Kitzen
Um 21 Uhr rufe ich den Tower des Euroairport an, um den Flugeinsatz anzumelden. Zehn Minuten später bin ich bei den beiden Wiesen, die Morgen gemäht werden sollen. Der zweite Pilot ist zeitgleich bei zwei weiteren Wiesen. Jetzt ist es am eindunkeln und so ist der Kontrast für die Wärmebilder bereits etwas besser. Allerdings gibt es noch einige Pflanzen, die Wärme abstrahlen. Ein Reh deutlich erkennbar, entdecke ich noch einen weiteren kleinen Punkt. Das könnte ein sehr junges Kitz oder eine Katze sein. Mehrere Bäume machen die Aufgabe auch nicht leichter. Die Koordinaten kommen jedenfalls in den Speicher. Daniel meldet in einer seiner Wiesen ebenfalls eine Geiss und gleich zwei Kitze. Morgen gibt es also wohl Arbeit für Piloten, Helfer und Jäger. Diese umgehend informiert, bekommen die betroffenen Bauern auch noch eine Meldung, damit sie früh genug einsatzbereit sein werden. Um 22.30 geht's wieder nach Hause.
22. Mai 2026 Kitz Nummer 2 zum Zweiten
Um 05.20 treffen sich der zuständige Jäger Serge, Helferin Patrizia und Pilot Erwin um den Rest der Wiese von Gestern Abend auf den aktuellen Stand zu überprüfen. Sie finden die gleichen Tiere samt Kitz vor wie gestern und müssen sicher stellen, das das Kitz nicht in die Gefahrenzone gerät. So mäht der Bauer immer in dem Bereich, wo das Kitz sich nicht aufhält. Alles geht gut. Pilot Daniel hat in dieser Zeit erneut die vier Wiesen in Schönenbuch abgeflogen und erneut lediglich eine Rehgeiss gefunden. Hier kann nun also zügig auch gemäht werden.
21. Mai 2026 Kitz Nummer 2
Um 20.10 bin ich mit komplettem Drohnenequippment bei der grossen Wiese von Bauer Simon. Der ist eben mit dem Traktor mit einfachem Mähwerk dabei den Feldweg zur Wiese zu befahren. Er hat zusätzlich den Handmäher dabei um dem Weg entlang den Wiesenrand zu mähen. Grad als ich die Drohne starten will, kommt Jäger Serge dazu. Kaum in der Luft sehe ich keine 50cm seitlich vom Mähwerk einen Punkt intensiv leuchten. Wird doch nicht ein Kitz sein, so nah am Weg, wo zig Hunde spazieren geführt werden? Nun der Punkt ist leer als wir ihn erreichen. Vermutlich war‘s eine Katze, die derweil geflüchtet ist. Also weiter mit dem Suchflug. Erst die Parzelle nahe der dortigen Häuser. Die ist leer - Simon kann dort also schon mal zu mähen beginnen. Rund 20 Meter vom Waldrand einer Waldinsel entfernt liegt ein Reh gemütlich im Gras. Ich schau ich mir das mit der Tageslichtoptik an. Irgend wie ist die Kontur im Wärmebild atypisch. Wegen der Höhe des Grases ist nur ein Teil der Geiss zu sehen. Da müssen wir näher ran. Ich sag Simon - er hat das Funkgerät - wo das Reh ist und so mäht er sehr vorsichtig in die Nähe der Liegestelle. Das Reh bewegt sich nicht. Derweil liefert sich Jäger Serge mit einem ignoranten Hundehalter ein Wortgefecht. Dessen Hund bellt und das bewirkt dann, dass das Reh doch aufsteht. Jetzt sind‘s plötzlich zwei Wärmepunkte! Optisch seh ich nun das Reh und ein Kitz. Serge und ich machen uns mit einer Harasse auf den Weg. Die Geiss ist nun sehr aufmerksam. Als erneut ein Hund bellt, bewegt sie sich zum Waldrand und das Kitz folgt ihr sehr zügig. Das ist also bereits zu mobil zum einfangen. Gut, dass die beiden Tiere dem oberen ganz schmalen Wiesenteil am Waldrand folgen. Wir können dann sogar beobachten wie das Kitz säugt und gründlich geleckt wird. Ein spezielles Erlebnis. Simon mäht derweil weiter den oberen Bereich. Ich wechsle dann wieder auf Thermal-Optik und umfliege die Waldinsel. Da hat es noch drei zusätzliche Rehe weiter weg von uns auf dem Streifen. Das Kitz ist dann plötzlich wieder nur als kleiner Punkt zu erahnen. Offenbar hat es sich hingelegt. Unterhalb der Waldinsel ist die Wiese leer. So kann Simon dort auch bereits mähen. Damit kann er seinen Plan für Heute bis auf den Waldinselbereich also beruhigt fertig mähen. Ich observiere weiter die Aktivitäten. Das Kitz scheint derweil unter den Bäumen zu liegen. Die "Erwachsenen" pendeln zwischen Wiese und Weizenfeld hin und her, im hintersten Bereich. Zuletzt suche ich auch noch den Bereich für Morge ab. Dort ist es aktuell leer.
Pilot Daniel hat derweil die morgigen Wiesen von Bauer Oser in Schönenbuch abgeflogen und lediglich eine einzelne Geiss entdeckt.
21. Mai 2026 - Kitz Nummer 1
Obwohl erst 05.45 ist es schon hell, aber zum Glück ohne angriffigen Milan in dieser Ecke von Allschwil. Ich montiere den Monitor, da auch Patrizia und ein Jägerlehrling mit Marcel dabei sind. Ein unsicherer Wärmepunkt ist eine Katze, möglicherweise gar eine Wildkatze von den Schwanzstreifen her. Sonst hat es hier nichts. Also weiter zur nächsten Wiese. Auch dort kein Kitz aber eine Geiss. Drum fliege ich mit noch mehr Aufmerksamkeit. Die nächste Wiese ist die wo Pilot Daniel Gestern ein Kitz gesehen hat. Heute Morgen ist es leer, dafür taucht das Kitz dann in der anderen der beiden Wiesen auf. Das ist also schon recht beweglich. Obwohl es schon recht gross ist, kann es doch noch zugedeckt und dann zur mittleren Wiese umgelagert werden. Das tun Jäger Marcel mit Pilot Daniel und Helferin Patrizia, während Catherine den Luftraum überwacht und per Funk die Retter zum Kitz führt. Der Bauer kommt auf mein Telefon hin dann umgehend mähen und alles geht gut. Daniel bleibt vor Ort bis fertig gemäht ist und zuletzt kann das Kitz befreit werden. Es sei noch liegen geblieben, drum habe er es mit Gras zugedeckt. Das erste erfolgreiche Kitz dieses Jahr also genau 20 Tage später als im 2025.
20. Mai 2026 Regen verhindert das Fliegen
Noch vor dem Wecker wach will ich eigentlich nochmal einzelne Wiesen abfliegen gehen und stehe um 05.20 auf - aber es regnet! Als der Regen stoppt kann ich bloss grad die Wiese mit der trächtigen Geiss von Gestern Abend noch abfliegen. Danach sind die Bedingungen zu schlecht.
Der Bauer geht dann wegen dem nassen Gras erst am Nachmittag mähen - und schon ist es passiert: ein ganz junges Rehkitz wird vermäht. Wie unnötig! Jede halbe Stunde, die zwischen Suchflug und Mähzeitpunkt vergeht, erhöht das Risiko, dass eine Geiss ihr Kitz umplaziert.
19. Mai 2026 Vorausflüge
Um 20.15 beginne ich in Schönenbuch eine erste Wiese absuchen. Ausser einer Katze ist da nichts. Weiter geht es zum Treffpunkt mit dem Jäger. Er ist schon vor Ort. Hier liegen vier Wiesen nahe beisammen. Drei überprüft und ein Reh am Waldrand und eine Katze mitten in einer Wiese geortet, kann ich den Wärmepunkt noch bei Tageslicht mit Sicherheit als Katze erkennen. Ein junges Rehkitz ergibt im Wärmebild ein fast identisches Bild. Derweil stösst Pilot Erwin zu uns. Er hat drei andere Wiesen bereits abgeflogen und eine trächtige Rehgeiss gefunden. Wer weiss, ob die in der Nacht ein Kitz setzt. Drei weitere Wiesen bleiben zu prüfen. Alle sind leer. Der Jäger hat in seinem Revier bisher noch kein Kitz entdeckt und meint, fast alle Rehgeissen seien noch mit dicken Bäuchen unterwegs. Kurz nach 22 Uhr ist die Mission für Heute beendet. Vermutlich wird's Morgen bloss eine Rettung geben - das wäre die erste bei uns im 2026
6. /7. Mai 2026 Vier Wiesen ohne Kitz
Nachdem der Regen am 6. Mai nach 21 Uhr endlich gestoppt hat, kann Pilot Daniel die für Morgen gemeldete Wiese abfliegen. Er ortet drei Rehe, jedoch kein Kitz.
Schon vor dem Wecker erwacht, fahren wir am 7. Mai um 6.10 zum Treffpunkt. Unmittelbar vor uns sehen wir zwei Autos dort eintreffen. Es sind Jäger Marcel und Helfer Pfisti. Marcel sagt, er habe beim Bienenstand ein Kitz gesehen. Er hat sein Thermo-Okular dabei und sieht ein Reh neben der zu mähenden Wiese. Die Drohne in der Luft, sehe ich das auch sofort. Es ist aber ein Bock. Die Wiese selber ist leer. Ich suche den restlichen Teil der Neumatte auch noch ab und entdecke ein weiteres Reh dort. Kein Hinweis auf Kitze. Es stehen aber noch drei weitere Wiesen auf dem Programm. Wir dissoziieren und fliegen diese auch ab, während der Bauer die erste Wiese mäht. Auch hier keine Kitze, jedoch zwei Rehböcke und eine Rehgeiss.
1. Mai 2026
Um 06.00 treffen sich die zuständigen Jäger, zwei Helfer:innen und die Piloten um die 14 Hektar grosse Wiese eines Bauern nach möglichen Rehkitzen abzusuchen. Wir orten drei Rehgeissen und einen Rehbock in der Wiese. Kitze sind keine vorhanden. Weil die Wiese an einen Wald grenzt, verteilen sich die Jäger und Helfer solange dem Waldrand entlang, bis der Bauer mit dem Mähwerk eintrifft und eine breite Schneise gemäht ist. So lässt sich vermeiden, dass eine Rehgeiss mit einem Kitz später noch vom Wald in die Wiese wechselt. Die Größe der Wiese bedeutet nämlich rund drei Stunden Mäharbeit.
29. / 30. April 2026
Acht Wiesen eines einzelnen Bauern werden recht früh am Vormittag für Morgen angemeldet. Das ist eigentlich zu kurzfristig, erlaubt aber wenigstens bei günstigen Bedingungen zu fliegen. Die Information aller Beteiligten: Piloten, Jäger, Helfer:innen ist aber bereits kritisch, weil ja fast alle Beteiligten ihrer Arbeit nachgehen müssen und nicht einfach jederzeit abrufbar sind.
Die knapp 24 Stunden Vorlaufzeit ermöglichen dank viel Goodwill dennoch die Aufgabe noch seriös erledigen zu können. Die Vorausflüge am Vorabend ergeben zwei Rehe in einer der Wiesen.
Rechtzeitig den Flughafen über unsere Flüge informiert, beginnen wir am Folgetag um 06.30 mit drei nahe beieinander gelegenen Wiesen. Einzig eine Katze findet sich dort. Diese kann durch die Helfer:innen zum verlassen der Wiese motiviert werden - zu ihrer eigenen Sicherheit. Den Bauern informiert, kommt der dann mustergültig gleich vor Ort und beginnt zu mähen.
Wir begeben uns nun zu den fünf weiteren Wiesen und haben bald gegen einen recht kräftigen Wind als Gegner anzukämpfen. Zum Glück sind die auftretenden Böen noch im tolerierbaren Rahmen, aber es gilt noch mehr Vorsicht walten zu lassen. In einer der Wiesen ist eine weitere Katze unterwegs und auch die verlässt die Wiese bald wieder.
In der Folge kann der Bauer alle Wiesen ohne Störungen mähen.
Ein anderer Bauer meldet eine Wiese für den 1. Mai frühmorgens an. Also wieder ein kurzfristiges Aufgebot. Immerhin kennen wir diese Wiese von früher und haben die Flugpläne dazu bereits. Aber Jäger und Helfer für einen Feiertag zu finden ist auch wieder eine spezielle Herausforderung! Pilot Daniel macht den Vorausflug am Abend unter schwierigen Windverhältnissen.
25. April 2026
In der gestern nicht beurteilbaren Wiese sind um 06.00 die Suchbedingungen nun ideal und so dauert es nicht lange, Entwarnung geben zu können. Immerhin sehen wie einen Rehbock nahe bei der Wiese am Waldrand und zwei Rehe in einer Wiese in der weiteren Umgebung. Der Bauer geht im Anschluss gleich mähen.
24. April 2026
Es ist immer sehr kritisch, wenn ein Bauer erst am späteren Vormittag Wiesen anmeldet und diese dann am frühen Nachmittag bereits mähen will. Die Sonneneinstrahlung führt dazu, dass beim Suchflug jede Menge Wärmepunkte entstehen, die einen erheblichen Mehraufwand beim Suchflug bedeuten und ein eigentlich vermeidbares Restrisiko darstellen. Fünf Wiesen haben wir so geprüft und davon eine als definitiv zu unsicher zum mähen taxieren müssen. Alle Wiesen darum zweifach abgesucht und die zu gefährliche auf Morgen in der Frühe verschoben war die Mission am Ende trotz schlechten Bedingungen erfolgreich.
23. / 24. April 2026
Die Wiese, wo wir letztes Jahr gleich 5 Kitze gefunden hatten ist Heute früh um 06.00 lediglich von einem Rehbock benutzt. So kann der Bauer dann gleich beruhigt mähen.
Auch ein anderer Bauer hat für Heute drei Wiesen angemeldet. Die sind völlig frei von Wild und somit ebenfalls "sicher" zu mähen.
Unsere Birsigtaler Kollegen finden hingegen ein erstes Rehkitz. Man muss also ab jetzt mit allem rechnen!
Alle diese Wiesen hatten wir schon am Vorabend zu später Stunde überprüft. Da waren noch insgesamt vier Rehe präsent, aber ebenfalls keine Kitze.
21. April 2026
Eine Spaziergängerin meint ein Rehkitz gesehen zu haben. Daher planen wir das zu verifizieren. Im besagten Gebiet fliege ich die ganze Umgebung ab, kann aber weder erwachsene Rehe noch ein Rehkitz orten. Hingegen stosse ich unerwartet auf einen recht grossen Wärmepunkt. Noch genug Tageslicht vorhanden löst sich das Rätsel. Es sind fünf Jungfüchse, die gemütlich zusammen ausserhalb des Baus ein Nickerchen machen. Ein ganz unerwartetes Erlebnis also.
19. /20. April 2026 - Erste Aufträge
Die erste Anfrage für 2026 trifft ein. Eine stattliche Wiese an einem Waldrand soll Morgen gemäht werden. Piloten, Jäger und Helfer:innen müssen als erstes informiert werden. Den Flugplan erstellt und den Flughafen rechtzeitig informiert, treffen wir drei Piloten uns mit Helfer:innen am Vorabend beim vorgesehenen Startpunkt. wir finden eine trächtige Rehgeiss bei der Wiese am Waldrand.
Entsprechend braucht es am folgenden Morgen früh eine nochmalige Überprüfung der Lage - alles ist möglich. Allerdings ist die Wiese am Morgen dann leer. Der Bauer mäht im Anschluss gleich und alles geht gut.
Über Mittag dann unerwartet ein Anruf eines anderen Bauern, der zwei Wiesen am Abend mähen will. So kurzfristig ist das alles andere als ideal. Die Tageswärme erschwert das erkennen von Kitzen, weil viele Pflanzen sich am Tag so stark erwärmen, dass die auch Wärmepunkte erzeugen. Auch Maulwurfshügel und manche Steine führen zu Wärmequellen. Zudem sind wir ja auch selber am arbeiten. Mit Glück kann ich Pilot Erwin mit dem Suchflug beauftragen und einen der Jäger erreichen. So kommt es am Schluss dennoch gut heraus, weil zum Glück kein Kitz vorhanden ist. Eine trächtige Rehgeiss muss aber aus der einen Wiese gedrängt werden.
11. April 2026
Heute treffen wir uns zu Hauptprobe mit den Absuchen einer grossen und mehrerer kleinerer Wiesen, die vermutlich demnächst gemäht werden dürften. Nicht unerwartet finden wir noch keine Rehkitze, aber immerhin 2 Rehe - eine Geiss und einen Bock.
Saison-Vorbereitungen März / April 2026
Das Jahr 2026 hat für uns damit begonnen unser Equipment zu überprüfen und erste Flugübungen zu machen. Nach der langen Pause ist vor allem das wieder erlangen der Fingerfertigkeit für exakte Flugmanöver wichtig.
So treffen wir uns ab dem 5. März insgesamt 3 x zu Flugübungen, einmal auch mit Helfer:innen. Mit unseren Kollegen der Rehkitzrettung Birsigtal gibt es eine gemeinsame Übung.
Auch gibt es online Infoabende die von der Rehkitzrettung Schweiz organisiert sind, um uns mit technischen Änderungen und Optimierungen der Flugplanungs-Software vorzustellen.
Impressionen von Früheren Einsätzen
Legende zum Video unten Vier Augen sehen mehr als zwei........
Rettung per Mähbegleitung
Mobile Kitze sind kaum zu sichern