4. Juli - letzte Wiese der Saison
Gross ist die heutige Wiese nicht, aber der letzte mögliche Rückzugsort für Jungtiere in Heugras. Um 06.30 treffe ich mit Cathy zusammen den Bauern vor Ort. Ein grosser Nussbaum erschwert die reine Inspektion per Drohne. Das Heugras ist hier bis gut 150cm hoch und teils liegend. Darum laufen wir die Wiese im Bereich des Baums zu Fuss ab und finden prompt zahlreiche Liegenester, aber keine Jungtiere mehr vor.
Bilanz 2026
Somit dürfte die Rehkitzsaison 2026 beendet sein. Sie war sehr erfolgreich mit insgesamt 33 geretteten Rehkitzen. Davon haben wir 9 ganz junge Kitze sichern müssen und 24 Kitze konnten durch Mähbegleitung oder Vertreibung aus den Wiesen vor Schaden bewahrt werden. Fünf weitere wurden bei Flügen im Voraus entdeckt. Zwei am Vorabend geortete Kitze sind über Nacht Fressfeinden zum Opfer gefallen
Leider wurden in der Region auch mindestens drei Kitze vermäht, weil entweder der Abstand zwischen Drohnenflug und dem Mähen zu lang war oder gemäht wurde, ohne vorausgehende Meldung an uns.
Allen beteiligten Bauern, Jägern, Helfer:innen und Piloten ein herzliches Dankeschön für Euren Einsatz und Eure Kooperation.
Allen Lesern dieser Webseite sei nochmal in Erinnerung gerufen, dass wir zum Unterhalt und zur Verbesserung unserer Ausrüstung für jede Spende an den Verein Rehkitzrettung-Allschwil-Schönenbuch dankbar sind.
3. Juli eine Wiese
Weil ein rücksichtsvoller Bauer nach der Sicherung eines Kitzes am 15. Juni darauf verzichtet hatte die Wiese nebenan direkt zu mähen, ist diese nun für Heute angemeldet. So hatte das Kitz noch über zwei Wochen eine sichere Bleibe. Inzwischen ist es gross geworden und von uns mehr als einmal gesehen worden, meist mit der Mutter in der Nähe. Sicherheitshalber fliege ich die Wiese ab und finde sie um halb Sieben leer vor. Helfer Pfisti kommt hinzu und überwacht die kleine Wiese während der Bauer sie dann mäht.
23. Juni - 2 Wiesen
Diesmal trifft Daniel mit Helfer Pfisti auf leere Wiesen. So dauert der Einsatz nicht lang und der Bauer kann ohne Risiko mähen.
22. Juni - 3 Wiesen - Kitze 32+33
Drei gestern angemeldete Wiesen eines Bauern sollen Heute früh ab 05.30 Uhr abgeflogen werden. Die drei Wiesen liegen nahe beim Bauernhof. Daniel ist der Pilot und Astrid und Pfisti gehen als Helfer:in mit. In der ersten Wies finden sich eine Rehgeiss und ein Rehbock, In der Wiese leicht unterhalb des Hofes sind zwei mobile Kitze drin, die durch die Helfer aus der Wiese vertrieben werden können.
21. Juni - eine Frischgraswiese - Kitze 30+31
Ein Bauer hat gebeten eine Frischgraswiese am Waldrand abzusuchen. Wir sind bereits um 05.50 wach, aber es eilt nicht. Gras mähen kann er erst nach dem melken. Drum verbinden wir den Einsatz mit der Absicht unsere Hunde spazieren zu führen. Es ist 08.10 als ich die Drohne starte und die Wiese abfliege. Tatsächlich finde ich Zwillinge in dieser Wiese, gemütlich am äsen. Also bieten wir gleich den Bauern auf und der kommt wie immer sehr schnell dazu. Weil er vom Frischgras bloss "einen Zug" mähen muss dauert die Mähbegleitung nicht lange und weil die Kizte mitten in der Wiese sind, bleiben die ruhig liegen, während der Traktor gute 15 Meter neben ihnen vorbei fährt. Allerdings wird dieses Prozedere nun mehrere Tage wiederholt werden müssen, sofern die Geiss ihre Kitze nicht woanders hin führt.
20. Juni 2026 - Letzter Einsatz?
11 Wiesen - 3 Kitze (27-29)
Wir sind bereits um 03.50 wach und nach Anmeldung beim Tower treffen sich um 05.20 noch einmal alle Piloten und Helfer:innen. Die Jäger Claudio und Felix sind auch dabei. Wir mutmassen, es könnte der letzte Einsatz des Jahres werden. Letztes Jahr war‘s der 18. Juni gewesen. Die erste Wiese abgeflogen und leer vorgefunden, lassen wir einen Helfer zurück, um den bald erwarteten Bauern zu informieren. Auf dem Weg zu Wiese zwei sehen wir am Waldrand Geiss und Kitz von Gestern stehen - ein beruhigender Anblick. Auch Wiesen drei und vier sind leer. Lediglich Erwin hat eine Geiss - Kitz - Kombination gefunden und diese bis zu unserem Eintreffen bereits durch betreten der Wiese vertreiben können.
Weiter geht es zu vier miteinander als grosses A verbundene Wiesen, direkt an der Grenze. Hier sehe ich erst eine Geiss und dann nicht weit entfernt zwei Kitze. Die zur mobilen Sorte gehörend, bedürfen folglich einmal mehr einer zeitintensiven Mähbegleitung. Der Bauer kommt pünktlich und Pfisti steigt zu ihm auf den Traktor mit Funkgerät ausgerüstet. Auch Jäger und Helferinnen sind mit Funkgeräten ausgestattet. So können wir alle Beteiligten jeweils so dirigieren, dass die Kitze so lange wie möglich liegen bleiben. Als dann deren Wiese dran ist werden sie erst vertrieben und dann vom wieder betreten abgehalten, bis alles gemäht ist. Wir sehen eins davon ganz nahe bei uns in eine noch stehende Wiese am Waldrand verschwinden. Alles geht gut.
Ein Gruppenfoto muss natürlich auch noch gemacht werden. Zumindest in der vollen Besetzung werden wir uns diese Saison kaum mehr treffen?
16. Juni 2026 - Ruhe nach dem Sturm
Es reicht diesmal um halb Fünf aufzustehen. Im Gegensatz zu Gestern gilt es bloss 6 Wiesen abzusuchen. Eine davon ist so winzig, dass ich es mir leisten kann, sehr niedrig zu fliegen, und trotzdem die ganze Wiesenbreite in einem Zug abzusuchen. So bekomme ich sogar Wärmepunkte von herum rennenden Mäusen zu sehen. Auch Daniel findet auf seinen ihm zugeteilten Wiesen nichts.
15. Juni 2026 (Freigabe der Ökowiesen)
77 Wiesen - 6 Kitze (20-26)
Gnadenlos geht um 02.50 der Alarm los. 72 Wiesen warten auf uns! Wir sind zur rechten Zeit am Treffpunkt und so kann das Briefing der drei Teams beginnen. Dann machen wir uns in drei Gruppen auf den Weg zur jeweils ersten Wiese. Meinerseits mit Cathy und Jäger Felix unterwegs, kommen die "Milan"-Wiesen von Gestern zuerst dran. So früh stört der uns noch nicht, weil‘s noch völlig dunkel ist. Als erstes entdecke ich zwei Füchse. Während einer Zwischenlandung zwecks Akku-Wechsel, taucht plötzlich eine neugierige Katze auf. In der letzten geplanten Wiese eine Geiss gefunden gibt es noch einen kleinen Wärmepunkt in derselben Wiese. Der liegt aber sehr nahe beim Horst des Milans. Und den hören wir derweil bereits "schimpfen". Klar, es beginnt zu dämmern. Er wird demnächst abfliegen können. So entscheiden wir die gefundene Wärmequelle zu Fuss zu inspizieren. Mit einer Harasse ausgerüstet nähern wir uns vorsichtig. Noch knapp zwei Meter entfernt, schreckt das Kitz auf und rennt davon, direkt auf eine Hecke zu. Dann verlieren wir den Sichtkontakt, weil das Gras hier bis zu 170cm hoch steht. Dieses Kitz ist mobil und wird sich bestimmt nicht sichern lassen. Also geht’s weiter zum nächsten Ort mit vier Wiesen nahe beisammen. Direkt am Waldrand der einen, erkenne ich eine Geiss und ein Kitz. Da wird es später eine Mähbegleitung brauchen, denn optisch muss das auch ein bereits mobiles Kitz sein. Bei der Ankunft am nächsten Ort mit drei Wiesen wartet eine böse Überraschung - eine Wiese ist schon gemäht! Während Felix und Cathy die gemähte Wiese inspizieren, fliege ich die zwei anderen ab. Zum Glück ist hier nichts zu finden. Nun ist es Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wir treffen uns wie vereinbart um 06.00 beim Forsthaus. Hans hat zwei sehr mobile Kitze entdeckt und mehrere erwachsene Rehe. Daniel fand lauter erwachsene Tiere. Fünf Wiesen müssen nun aber noch überprüft werden. Weil unser Ersatzpilot Hans nun noch Wiesen in seinem eigenen Revier absuchen muss, teilen wir die verbliebenen neu unter uns auf und verabschieden ihn, sehr dankbar, dass er uns hat helfen können. Danke Dir Hans! Bei der Wiese am Bach finde ich einen kaum erkennbaren Leuchtpunkt. Die Bäume kaschieren ihn und das Gras ist sehr staudig. Wir haben nun zusätzlich noch Patrizia bei uns. Die beiden Helferinnen und Felix müssen, von mir durch Funk instruiert zur Wärmequelle. Tatsächlich - es ist ein weiteres Kitz. Es passt nur noch knapp unter die Harasse - aber das ist die einzige Option. Den Bauern sofort angerufen, ist der mustergültig innert 5 Minuten vor Ort und beginnt zu mähen. Alles geht gut. Die Arbeit erledigt, kann das Kitz befreit werden. Es bleibt noch einen Moment liegen, bevor es sich ganz vorsichtig auf den Weg macht und nach seiner Mutter ruft. Dann verschwindet es im Wald. Während unserer Rettungsaktion hat Daniel die restlichen Wiesen noch abgesucht und in Schönenbuch ein mobiles Kitz gefunden. Jetzt gilt es noch die Mähbegleitung bei der Wiese am Waldrand zu stemmen. Sie gehört dem gleichen Bauern, wie die mit dem gesicherten Kitz. Das Kitz ist aktuell offenbar im Wald und die Helferinnen positionieren sich dort um zu verhindern, dass es zurück kommt. Ich fliege sicherheitshalber vor dem Traktor. Alles geht gut.
Am Abend gehe ich zusammen mit Astrid und Cathy und mit Peter Gall als Jäger noch fünf weitere Wiesen in Schönenbuch abfliegen, nachdem Daniel dort das Kitz in Häusernähe gefunden hatte. Abgesehen von 3 Katzen ist dort aber Ruhe. Der Bauer mäht unmittelbar nach unserer Suche. So geht alles gut. Eine für Morgen angemeldete Wiese in der Nähe überprüfen wir auch gleich noch, finden aber nichts.
Briefing
Gefunden
Bewachung
Debriefing
14. Juni 2026
Schon ein ordentliches Schlafmanko angehäuft, sind wir dennoch vor halb Fünf wach und so entscheiden wir, im Hinblick auf den morgigen "Grosskampftag" einige kritische Wiesen absuchen zu gehen, weil in dem Bereich "unser" angriffslustiger Milan sein Revier hat. Den Tower informiert sind wir bereits um 04.45 in der Luft. So können wird die 17 Wiesen in diesem Revier gerade noch knapp überprüfen, bis der Milan dann wie befürchtet auch prompt angreift. Inzwischen genügend Erfahrung mit ihm gesammelt, kann ich dem Angriff gerade noch rechtzeitig ausweichen. Im letzten Moment habe ich aber noch eine verdächtige Wärmequelle in der Nähe einer Geiss entdeckt. Weiter zu fliegen wäre nun aber fahrlässig. Übungsabbruch!
Zuhause beginnt nun die Knochenarbeit, die ganzen angemeldeten Wiesen zu passenden Paketen für jeden Piloten zusammen zu fügen, damit wir die bisher angemeldeten fast 70 Wiesen auch innert nützlicher Zeit werden bewältigen können. Alles andere als einfach! kein Wunder bin ich mit der Koordination den ganzen Tag beschäftigt. Und noch immer "tröpfeln" einzelne weitere Anmeldungen herein.... Ausser kurz was essen, bin ich nonstop damit beschäftigt. Zudem muss ich - weil Pilot Erwin definitiv absagen musste - noch den bereits angefragten Ersatzpiloten bei unseren Birsigtaler Partnern definitiv anfordern.
Abends um 20 Uhr ist unser nächster Einsatz. Eine einzelne Wiese in einer Waldlichtung. Der Bauer wartet bereits, obwohl wir früher vor Ort sind als vereinbart. Auf dieser Wiese gibt es ausgedehnte Wildschweinschäden. Die aufgewühlte Erde sorgt für viele thermische Störquellen. Es ist aber hell genug diese mit der Normalbild-Optik jeweils rasch zu überprüfen. Zu finden ist trotz idealer Lage nichts. Das ist auch nicht erstaunlich, den Wildschweine würden ein Rehkitz wohl als "Leckerbissen" empfinden....
Wieder Zuhause erfolgen letzte Anpassungen an den Flugplänen für Morgen. Die übermittle ich unseren Piloten, Helfern und Jägern. So wird es fast Mitternacht.
Bei Angriff gilt es "abzutauchen"
12./13. Juni 2026 - Kitz Nummer 16-19
Abends um 20 Uhr fliege ich eine 14 Hektar grosse Wiese ab und entdecke sehr rasch eine Rehgeiss mit Zwillingen. Etwas weiter unten gleich noch eine Geiss mit Kitz! Ein Viertes ist in der Nähe des Waldes. Wegen der Grösse dieser Wiese wird entschieden, bereits am Abend einen Teil zu mähen. Ein Sektor ohne Kitze drin kann direkt gemäht werden und Jäger und Helfer:innen machen sich auf den Weg die Zwillinge zu sichern. Ein etwas Schwächliches kann unter einer Harasse gesichert werden. Das Zweite ist aber mobiler und lässt sich nicht einfangen. Daher braucht es nun konsequent eine für uns sehr zeitintensive Mähbegleitung. Ich fliege im kritischen Sektor und die Helfer:innen und der Jäger bilden eine Linie um das Kitz in der Nähe nach Möglichkeit zu hindern in Richtung Traktor zu gelangen. Aus der Luft kann ich das beobachten und Anweisungen an alle Beteiligten per Funk geben. Bis wir abbrechen, ist knapp die Hälfte der Wiese gemäht und zuletzt muss das gesicherte Kitz wieder frei gelassen werden. Es bleibt ruhig liegen.
Bereits um Vier sind wir vorerst mit sechs Wiesen in Schönenbuch konfrontiert, die ab 5.30 Uhr gemäht werden. Sie sind alle frei und können sorglos gemäht werden. Also geht's weiter zur gestrigen grossen Wiese, wo gleich zwei Bauern mit ihren Traktoren schon warten. Die Kitze rasch wieder geortet, kommt wieder die Mähbegleitung zum Einsatz, denn diesmal lässt sich keines der Kitze sichern. An verschiedenen Orten unterwegs wird es nun sehr schwierig die Übersicht zu behalten und bald kommen unerwünschte störende Wärmequellen durch die zunehmend intensiver werdende Sonneneinstrahlung hinzu. Gegen 10 Uhr müssen wir die Übung abbrechen, da keine sichere Zuordnung mehr möglich ist. Der Bauer ist darüber nicht glücklich, aber wir haben ja nicht vier Kitze Gestern spät und Heute früh geortet und geschützt, um nun ein unkalkulierbares Risiko einzugehen. Wir einigen uns darauf erneut um Acht Uhr am Abend weiter zu machen. Wir haben jetzt aber noch eine Wiese in Bachnähe zu überprüfen. Dort hat es wegen hoher Bäume noch genügend Schatten, um sicher zu sein, dass hier keine Kitze sind. Ein Fuchs ist jedoch unterwegs. Der wird selber auf sich aufpassen können. Ziemlich erschöpft, geht es zum ausruhen endlich nach Hause - Acht Stunden Einsatz und eine sehr kurze Nacht hinter uns. Ausserdem sind alle Akkus leer. Die müssen nun wieder geladen werden, auch die unsrigen....🥱
Scho um 19.30 sind wir alle wieder bei der "ominösen" Wiese versammelt - auch jetzt sind wieder vier Kitze zu finden. Es geht also weiter mit Mähbegleitung. Es gelingt die Kitze ein Stück weit aus der Gefahrenzone zu drängen, aber sie verlassen die Wiese nicht. So dauert die Arbeit aller beteiligten erneut bis nach 22 Uhr und das auch nur weil der eine Bauer dem anderen beim mähen seiner Wiese hilft. Wir haben also je einen Helfer auf jedem Traktor und die anderen drei geben alles die Kitze daran zu hindern, in die falsche Richtung zu gehen. Erst im letzten Moment hat auch das letzte der vier Kitze die Wiese verlassen und ist in den Wald gerannt. wir sind alle erschöpft aber auch erleichtert.
11. Juni abends /12. Juni morgens
Abends um 20.15 fliege ich eine grosse Wiese ab, die Morgen früh gemäht werden soll. Letztes Jahr fanden wir hier 5 Kitze. Der Zuständige Jäger ist auch anwesend. Diesmal ist auf der Wiese zwar durchaus Betrieb, aber bloss drei erwachsene Rehe sind aktuell unterwegs. Ob das Morgen früh immer noch so ist, wird sich zeigen.
Der nächste Morgen ist angebrochen und wir sind vor Sechs zusätzlich mit drei Helfern wieder vor Ort. Allerdings hat sich an der Zusammensetzung in der Wiese bloss noch ein Fuchs dazu gesellt. Auch eine kleinere Wiese oberhalb der grossen ist ohne Kitz. Der Bauer kann also beruhigt mähen.
10. Juni 2026 - Der etwas andere Einsatz
Zwar geht es auch Heute um Heugras mähen und sicher zu sein, dass keine Rehkitze zu schaden kommen, aber es ist nicht ein Bauer der eine Wiese mähen will, sondern die Bürgergemeinde Allschwil, die einen Standort mit künftigen Weihnachtsbäumen per ferngesteuertem Mähroboter vom Forstrevier mähen lässt. Also gehe ich und drei Helfer:innen zeitig zum Einsatzort. Die Drohne in der Luft, sehe ich ein Reh im Kornfeld nebenan davon rennen. Tannenbäume sind mit ihren tief hängenden und unten immer breiter werdenden Ästen für die Thermalkamera nicht zu durchdringen. Ich kann also bloss die freien Korridore zwischen den Tannen beurteilen. Da ist nichts zu finden. Im Gras hat es aber jede Menge Spuren von Wildwechsel. Hier gilt es nun eine völlig andere Taktik zu wählen. Wir bilden, zusammen mit dem Revierförster eine Reihe und marschieren die gesamte Anlage ab und heben die untersten Äste aller Tannen an, um sicher zu sein, dass sich kein Kitz darunter befindet. Keine einfache Aufgabe, aber gemeinsam "rocken wir das" erfolgreich. Zum Glück ist kein Kitz hier. So kann der etwas später dazu kommende Forstarbeiter den Mähroboter in Betrieb nehmen und die Anlage sicher mähen. Wie viele Zecken wir bei diesem "Abenteuer" eingesammelt haben wird sich erst Zuhause zeigen. Unsere Empfehlung an die Bürgergemeinde: eine Spende an unseren Verein ist willkommen...
6. Juni 2026 - Kitz Nummer 14+15, dank perfekter Teamarbeit!
Um 5.50 melde ich dem Tower den Einsatz von Heute in der Flugverbotszone vorschriftmässig an. Daniel wird um 6 Uhr mit fliegen beginnen. Zwei Wiesen eines Bauern sind vorerst auf dem Programm. Diese Wiesen leer, kommt umgehend der Landwirt vorbei und beginnt zu mähen - mustergültig, wie es sein soll, um Restrisiken zu minimieren. Ich bin derweil mit Helferin Cathy hinzu gekommen und wir fliegen noch ein paar Wiesen in der Nachbarschaft ab. Eine Katze und zwei trächtige Geissen sind dort unterwegs.
Derweil hat der Bauer die eher kleinen Wiesen bereits fertig gemäht. Vier weitere Wiesen stehen noch an. Ich fahre mit Catherine zur ersten davon und entdecke sehr rasch eine Geiss mit Zwillingen. Hier braucht es mehr Personal. Wiese Vier wartet mit zwei Geissen auf, ohne sichtbare Kitze, aber mit reichlich Bäumen. Das erhöht das Risiko erheblich, weil die Drohne nicht durch das Laub hindurch sehen kann. Es gilt also zusätzlich in mehr Abstand von einer seitliche Position aus und mit abgewinkelter Optik zu fliegen. Weiterhin kein Hinweis auf ein Kitz. Wiese Fünf ist leer. Dann braucht es eine Pause um Akkus nachzuladen.
Mit dem Bauern eine fixe Zeit vereinbart ist derweil auch Pfisti als zusätzlicher Helfer vor Ort. Die Geiss ist aktuell alleine. Drum steuere ich meine Drohne zur Sicherheit von Traktor aus, um direkt mit dem Bauern reagieren zu können. Die beiden Helfer:innen stehen - über Funkgeräte mit mir verbunden - bereit um die Kitze zu vertreiben, sollten sie in die Nähe des Mähwerks gelangen. Zum Glück sind sie derweil aber ihrer Mutter in ein Getreidefeld gefolgt. So gibt's sogar noch ein paar extra Aufnahmen des glücklichen Trios. Die restlichen Wiesen verlangen wegen der Bäume den Helfer:innen viel Fussarbeit ab, um unter deren Krone zu suchen. Es ist aber kein Kitz anwesend. Der Rest der Wiesen ist frei.
Heute hat es sich nicht nur richtig gelohnt mit zwei sicheren Kitzen - es hat auch gezeigt wie eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Schäden verhindern kann. Grosses Kompliment an Bauer Martin!
27. Mai 2026 6 Wiesen ohne Kitz
Weil auf uns ein strenger Arbeitsmorgen wartet, sind Heute die Piloten Erwin und Daniel, Helfer Pfisti und Helferin Patrizia sowie Jäger Serge im Einsatz. Es werden diesmal ausschliesslich erwachsene Tiere gefunden. Der sehr gewissenhafte Bauer ist gleich zu Beginn schon am Einsatzort und mäht gleich jeden frei gegebenen Sektor. Das ist perfektes Teamwork.
Ganz im Gegensatz dazu erwartet ein verantwortungsloser Bauer von uns spontan seine Wiesen abfliegen zu gehen. Jetzt wo es bereits viel zu heiss ist um noch etwas erkennen zu können. Zudem ist in diesem Gebiet ein Milan sesshaft, der die Drohne angreift. Hier kann nur bei Dunkelheit geflogen werden! Die Umstände dem Bauern erklärt, geht der dann trotzdem mähen - auf Biegen und Brechen - komplett verantwortungslos! Der wusste ja schon gestern, dass er Heute mähen will und hätte das rechtzeitig melden können. So geht das nicht! In jeder Berufsgattung gibt es leider auch schwarze Schafe.
26. Mai 2026 - Kitz Nummer 13
Um 5.48 wach, melde gleich dem Tower den Einsatz an. Daniel wird um 6 Uhr mit abfliegen beginnen. Das gestern gefundene Kitz ist immer noch am gleichen Ort. Aber als Helfer Pfisti sich ihm nähert, steht es auf und verabschiedet sich in den Wald hinein. Der Bauer schon vor Ort kann nun gleich mähen und alles geht gut. Derweil fliegt Daniel eine nicht rechtzeitig gemeldete Wiese eines anderen Bauern auch noch ab. Zum Glück findet er dort drin nichts.
Vorausflug von 6 Wiesen
Ich warte bei der Strasse auf Daniel, der um 20.20 eintrifft. Wir fahren zusammen zum Vorabflug von Michel Simon‘s Wiesen von Morgen. Jäger Serge wartet auf uns an der Betonstrasse. Wir fahren soweit die befestigte Strasse geht zur Kreyenberg-Wiese. Dort steigen wir in Serge‘s Auto um. Damit geht’s über einen üblen Ackerweg bis zu dessen Ende. Ab dort starte ich die Drohne um zwei grosse Wiesen abzufliegen. Der obere Teil ist leer. Der mittlere Teil hat eine hochträchtige Geiss drin liegen. Jäger Serge sieht den Grund der Leere im Luchs der hier verkehre. Zuletzt noch die Kreyenberg-Wiese gefolgen (sie ist leer) verabschieden wir uns. Weiter geht's zur nächsten Wiese. Dort ist eine Geiss, die Daniel schon am Samstag gesehen hatte, immer noch präsent. Er vermutet ein Kitz unter den Bäumen. Sie werden diese Morgen zur Sicherheit ablaufen. Die fünfte Parzelle ergibt zwei Rehe und einen Mini-Leuchtpunkt. Ist das ein frisch gesetztes Kitz? Es ist zu dunkel für die Tageslicht-Optik und die Geiss nahe dabei riskiere ich nicht weniger hoch zu fliegen. Wenn‘s eins ist, wird die andere Crew es Morgen auch wieder finden. Nun noch zum winzigen Stück bei den Häusern. Diese Wiese ist leer. Schon 22 Uhr vorbei, gilt es noch alle Morgen agierenden Personen zu informieren.
Pfingstmontag, 25. Mai 2026 - weitere 4 Kitze (Nummer 8-12)
Gnadenlos weckt mich der Alarmton Punkt 4 Uhr - knapp 3 1/2 Stunden nach dem einschlafen. Ich stehe sofort auf und bereite mich vor - mit 45 Minuten Zeit für alle Vorbereitungen, inklusive Anmeldung der Flüge beim Tower des Flughafens. Beide anderen Piloten Eugen und Daniel, Helfer Pfisti und Helferin Patrizia, sowie die Jäger Marcel, Dominique und Jascha vervollständigen die Heutige Crew. Ich teile uns in zwei Gruppen auf und Punkt 5 Uhr geht es los. Ich habe Daniel, Dominique und Pfisti bei mir. Daniel soll direkt zu seinen ersten zwei Wiesen weiter fahren. Meine doppelte Wiese ergibt lediglich eine Geiss. Grad als wir weiter fahren wollen, ruft Daniel an er habe ein Kitz in der oberen Wiese entdeckt. Also fahren wir zu ihm und innert 10 Minuten ist ein erneut sehr junges Kitz unter einer Kiste verpackt. Nun also weiter. Beim passieren der Wasserturmlichtung sehen wir dort Eugen mit seinem Team die ihre ersten drei Wiesen absuchen. Unsererseits ist Daniel mit der Schrebergartenwiese dran, ich fahre voraus zu der mit dem Gestern georteten Kitz von drin. Ich finde aber jetzt keinen Wärmepunkt. Seltsam bei einer so gut geschützten Wiese, ordentlich weit vom Fahrweg entfernt. Das Team ist inzwischen nachgerückt. Es gilt zur Sicherheit zu Fuss unter die Bäume nachschauen gehen, denn die können ein Kitz für die Drohne fast unsichtbar werden lassen. Das Resultat ist frustrierend, aber wenigstens "natürlich". Das Kitz wurde in der Nacht von einem Räuber gerissen und etwa zur Hälfte aufgefressen! Dabei war’s ja schon recht gross. Also geht es frustriert weiter zu den nächsten drei Wiesen. Ich entscheide wegen dem zweiten gestern gesehenen Kitz zuerst diese zu fliegen. Heute ist die Wiese aber leer - allerdings mit schon einigen "falschen" Wärmequellen durch Sonneneinstrahlung. Trotzdem bin ich mir sicher - hier ist aktuell kein Kitz. Es folgen dann noch sechs andere Wiesen in der direkten Umgebung, die ein Bauer unüberlegt sehr kurzfristigst noch angemeldet hatte. Diese Wiesen ergeben insgesamt drei erwachsene Rehe - darunter eine hochträchtige Rehgeiss.
Im anderen Team mit Erwin als Pilot wurden derweil in einer Wiese Zwillinge gefunden und gesichert. Ein bereits mobiles Kitz wurde in einer anderen Wiese gefunden und zum verlassen der Wiese gedrängt. Derweil ist es bereits so sonnig und warm, dass eine seriöse Beurteilung von zwei weiteren angemeldeten Wiesen nicht mehr möglich ist. Einen der betroffenen Bauern kann ich überzeugen, bis Morgen zu warten. Der andere - so erfahre ich später - ist trotz hohem Restrisiko dennoch mähen gegangen - eigentlich verantwortungslos von ihm, jetzt wo so viele sehr junge Kitze gefunden werden. Zuletzt müssen die drei festgesetzten Kitze wieder frei gelassen werden, damit ihre Mütter sie an einen neuen sicheren Ort bringen können.
Knapp vor dem Eindunkeln mache ich mich noch einmal auf den Weg, um eine für Morgen gemeldete Wiese abzusuchen. Das Waldrand-U ist wegen der vielen Bäume aber eine grosse Herausforderung. Dafür ist der Kontrast gut. 170 Meter vom Weg abwärts am linken Waldrand stosse ich dann auf einen Leuchtpunkt. Es hat noch genug Licht um den eindeutig als Rehkitz zu identifizieren. Der Rest der Wiese ist leer. Es gilt die Crew von Morgen noch zu informieren.
Die Kitze von Pfingstmontag, 25. Mai
23. Mai 2026 - 4 Kitze (Nummer 4-7)
Um 05.20 treffen sich die zuständigen Jäger, eine Helferin und die Piloten um vier Wiesen abzusuchen. Eine Rehgeiss grast in der grösseren Wiese und in einiger Entfernung erkenne ich zwei winzige Leuchtpunkte. Können das Kitze sein? bereits hell genug ist mit dem Tageslichtbild im hohen Gras rein gar nichts auszumachen. Die Jäger müssen zu den beiden Stellen dirigiert werden. Und siehe da - da liegen zusammengerollt zwei winzige Kitze, die kaum älter als zwei Tage alt sind. Solche Winzlinge würden ohne Wärmebildkamera niemals entdeckt werden können. Bald sind die zwei Kitze unter einer Harasse geschützt und der avisierte Bauer kommt umgehend mähen.
Parallel dazu hat der zweite Pilot zwei andere Wiesen abgesucht und die Funde von gestern Nacht bestätigen sich. Auch hier hat es zwei Kitze in der einen Wiese. So wechselt das Team zum zweiten Standort und der Bauer ist auch schon bereit. erst müssen aber noch die Kitze geborgen werden. Das erste ist bald in einer Kiste gesichert und wird aus dem Feld getragen. Das zweite Kitz finden wir leider tot vor - noch warm, aber mit Bissverletzungen am Schädel. Ein Raubtier muss es offenbar zufällig gefunden haben. Dass es noch hier liegt, deutet darauf hin, dass seine Mutter den Angreifer verscheucht hat, aber leider zu spät. Tragisch, aber wenigstens Teil der Natur.
Alle Wiesen gemäht, werden die Kitze in hohem Gras aus der kurzen "Schutzhaft" entlassen und mit Gras bedeckt um sie vor Raubvögeln zu schützen. Ihre Mütter werden sich bald wieder um sie kümmern.
Die glücklichen Kitze vom 23. Mai
22. Mai 2026 Vorausflüge mit Kitzen
Um 21 Uhr rufe ich den Tower des Euroairport an, um den Flugeinsatz anzumelden. Zehn Minuten später bin ich bei den beiden Wiesen, die Morgen gemäht werden sollen. Der zweite Pilot ist zeitgleich bei zwei weiteren Wiesen. Jetzt ist es am eindunkeln und so ist der Kontrast für die Wärmebilder bereits etwas besser. Allerdings gibt es noch einige Pflanzen, die Wärme abstrahlen. Ein Reh deutlich erkennbar, entdecke ich noch einen weiteren kleinen Punkt. Das könnte ein sehr junges Kitz oder eine Katze sein. Mehrere Bäume machen die Aufgabe auch nicht leichter. Die Koordinaten kommen jedenfalls in den Speicher. Daniel meldet in einer seiner Wiesen ebenfalls eine Geiss und gleich zwei Kitze. Morgen gibt es also wohl Arbeit für Piloten, Helfer und Jäger. Diese umgehend informiert, bekommen die betroffenen Bauern auch noch eine Meldung, damit sie früh genug einsatzbereit sein werden. Um 22.30 geht's wieder nach Hause.
22. Mai 2026 Kitz Nummer 2 zum Zweiten
Um 05.20 treffen sich der zuständige Jäger Serge, Helferin Patrizia und Pilot Erwin um den Rest der Wiese von Gestern Abend auf den aktuellen Stand zu überprüfen. Sie finden die gleichen Tiere samt Kitz vor wie gestern und müssen sicher stellen, das das Kitz nicht in die Gefahrenzone gerät. So mäht der Bauer immer in dem Bereich, wo das Kitz sich nicht aufhält. Alles geht gut. Pilot Daniel hat in dieser Zeit erneut die vier Wiesen in Schönenbuch abgeflogen und erneut lediglich eine Rehgeiss gefunden. Hier kann nun also zügig auch gemäht werden.
21. Mai 2026 Kitz Nummer 2
Um 20.10 bin ich mit komplettem Drohnenequippment bei der grossen Wiese von Bauer Simon. Der ist eben mit dem Traktor mit einfachem Mähwerk dabei den Feldweg zur Wiese zu befahren. Er hat zusätzlich den Handmäher dabei um dem Weg entlang den Wiesenrand zu mähen. Grad als ich die Drohne starten will, kommt Jäger Serge dazu. Kaum in der Luft sehe ich keine 50cm seitlich vom Mähwerk einen Punkt intensiv leuchten. Wird doch nicht ein Kitz sein, so nah am Weg, wo zig Hunde spazieren geführt werden? Nun der Punkt ist leer als wir ihn erreichen. Vermutlich war‘s eine Katze, die derweil geflüchtet ist. Also weiter mit dem Suchflug. Erst die Parzelle nahe der dortigen Häuser. Die ist leer - Simon kann dort also schon mal zu mähen beginnen. Rund 20 Meter vom Waldrand einer Waldinsel entfernt liegt ein Reh gemütlich im Gras. Ich schau ich mir das mit der Tageslichtoptik an. Irgend wie ist die Kontur im Wärmebild atypisch. Wegen der Höhe des Grases ist nur ein Teil der Geiss zu sehen. Da müssen wir näher ran. Ich sag Simon - er hat das Funkgerät - wo das Reh ist und so mäht er sehr vorsichtig in die Nähe der Liegestelle. Das Reh bewegt sich nicht. Derweil liefert sich Jäger Serge mit einem ignoranten Hundehalter ein Wortgefecht. Dessen Hund bellt und das bewirkt dann, dass das Reh doch aufsteht. Jetzt sind‘s plötzlich zwei Wärmepunkte! Optisch seh ich nun das Reh und ein Kitz. Serge und ich machen uns mit einer Harasse auf den Weg. Die Geiss ist nun sehr aufmerksam. Als erneut ein Hund bellt, bewegt sie sich zum Waldrand und das Kitz folgt ihr sehr zügig. Das ist also bereits zu mobil zum einfangen. Gut, dass die beiden Tiere dem oberen ganz schmalen Wiesenteil am Waldrand folgen. Wir können dann sogar beobachten wie das Kitz säugt und gründlich geleckt wird. Ein spezielles Erlebnis. Simon mäht derweil weiter den oberen Bereich. Ich wechsle dann wieder auf Thermal-Optik und umfliege die Waldinsel. Da hat es noch drei zusätzliche Rehe weiter weg von uns auf dem Streifen. Das Kitz ist dann plötzlich wieder nur als kleiner Punkt zu erahnen. Offenbar hat es sich hingelegt. Unterhalb der Waldinsel ist die Wiese leer. So kann Simon dort auch bereits mähen. Damit kann er seinen Plan für Heute bis auf den Waldinselbereich also beruhigt fertig mähen. Ich observiere weiter die Aktivitäten. Das Kitz scheint derweil unter den Bäumen zu liegen. Die "Erwachsenen" pendeln zwischen Wiese und Weizenfeld hin und her, im hintersten Bereich. Zuletzt suche ich auch noch den Bereich für Morge ab. Dort ist es aktuell leer.
Pilot Daniel hat derweil die morgigen Wiesen von Bauer Oser in Schönenbuch abgeflogen und lediglich eine einzelne Geiss entdeckt.
21. Mai 2026 - Kitz Nummer 1
Obwohl erst 05.45 ist es schon hell, aber zum Glück ohne angriffigen Milan in dieser Ecke von Allschwil. Ich montiere den Monitor, da auch Patrizia und ein Jägerlehrling mit Marcel dabei sind. Ein unsicherer Wärmepunkt ist eine Katze, möglicherweise gar eine Wildkatze von den Schwanzstreifen her. Sonst hat es hier nichts. Also weiter zur nächsten Wiese. Auch dort kein Kitz aber eine Geiss. Drum fliege ich mit noch mehr Aufmerksamkeit. Die nächste Wiese ist die wo Pilot Daniel Gestern ein Kitz gesehen hat. Heute Morgen ist es leer, dafür taucht das Kitz dann in der anderen der beiden Wiesen auf. Das ist also schon recht beweglich. Obwohl es schon recht gross ist, kann es doch noch zugedeckt und dann zur mittleren Wiese umgelagert werden. Das tun Jäger Marcel mit Pilot Daniel und Helferin Patrizia, während Catherine den Luftraum überwacht und per Funk die Retter zum Kitz führt. Der Bauer kommt auf mein Telefon hin dann umgehend mähen und alles geht gut. Daniel bleibt vor Ort bis fertig gemäht ist und zuletzt kann das Kitz befreit werden. Es sei noch liegen geblieben, drum habe er es mit Gras zugedeckt. Das erste erfolgreiche Kitz dieses Jahr also genau 20 Tage später als im 2025.
20. Mai 2026 Regen verhindert das Fliegen
Noch vor dem Wecker wach will ich eigentlich nochmal einzelne Wiesen abfliegen gehen und stehe um 05.20 auf - aber es regnet! Als der Regen stoppt reicht es bloss noch die Wiese mit der trächtigen Geiss von Gestern Abend abfliegen. Danach sind die Bedingungen zu schlecht.
Der Bauer geht dann wegen dem nassen Gras erst am späteren Nachmittag mähen - und schon ist es passiert: ein ganz junges Rehkitz wird vermäht. Wie unnötig! Jede halbe Stunde, die zwischen Suchflug und Mähzeitpunkt vergeht, erhöht das Risiko, dass eine Geiss ihr Kitz inzwischen umplatziert hat.
19. Mai 2026 Vorausflüge
Um 20.15 beginne ich in Schönenbuch eine erste Wiese absuchen. Ausser einer Katze ist da nichts. Weiter geht es zum Treffpunkt mit dem Jäger. Er ist schon vor Ort. Hier liegen vier Wiesen nahe beisammen. Drei überprüft und ein Reh am Waldrand und eine Katze mitten in einer Wiese geortet, kann ich den Wärmepunkt noch bei Tageslicht mit Sicherheit als Katze erkennen. Ein junges Rehkitz ergibt im Wärmebild ein fast identisches Bild. Derweil stösst Pilot Erwin zu uns. Er hat drei andere Wiesen bereits abgeflogen und eine trächtige Rehgeiss gefunden. Wer weiss, ob die in der Nacht ein Kitz setzt. Drei weitere Wiesen bleiben zu prüfen. Alle sind leer. Der Jäger hat in seinem Revier bisher noch kein Kitz entdeckt und meint, fast alle Rehgeissen seien noch mit dicken Bäuchen unterwegs. Kurz nach 22 Uhr ist die Mission für Heute beendet. Vermutlich wird's Morgen bloss eine Rettung geben - das wäre die erste bei uns im 2026
6. /7. Mai 2026 Vier Wiesen ohne Kitz
Nachdem der Regen am 6. Mai nach 21 Uhr endlich gestoppt hat, kann Pilot Daniel die für Morgen gemeldete Wiese abfliegen. Er ortet drei Rehe, jedoch kein Kitz.
Schon vor dem Wecker erwacht, fahren wir am 7. Mai um 6.10 zum Treffpunkt. Unmittelbar vor uns sehen wir zwei Autos dort eintreffen. Es sind Jäger Marcel und Helfer Pfisti. Marcel sagt, er habe beim Bienenstand ein Kitz gesehen. Er hat sein Thermo-Okular dabei und sieht ein Reh neben der zu mähenden Wiese. Die Drohne in der Luft, sehe ich das auch sofort. Es ist aber ein Bock. Die Wiese selber ist leer. Ich suche den restlichen Teil der Neumatte auch noch ab und entdecke ein weiteres Reh dort. Kein Hinweis auf Kitze. Es stehen aber noch drei weitere Wiesen auf dem Programm. Wir dissoziieren und fliegen diese auch ab, während der Bauer die erste Wiese mäht. Auch hier keine Kitze, jedoch zwei Rehböcke und eine Rehgeiss.
1. Mai 2026
Um 06.00 treffen sich die zuständigen Jäger, zwei Helfer:innen und die Piloten um die 14 Hektar grosse Wiese eines Bauern nach möglichen Rehkitzen abzusuchen. Wir orten drei Rehgeissen und einen Rehbock in der Wiese. Kitze sind keine vorhanden. Weil die Wiese an einen Wald grenzt, verteilen sich die Jäger und Helfer solange dem Waldrand entlang, bis der Bauer mit dem Mähwerk eintrifft und eine breite Schneise gemäht ist. So lässt sich vermeiden, dass eine Rehgeiss mit einem Kitz später noch vom Wald in die Wiese wechselt. Die Größe der Wiese bedeutet nämlich rund drei Stunden Mäharbeit.
29. / 30. April 2026
Acht Wiesen eines einzelnen Bauern werden recht früh am Vormittag für Morgen angemeldet. Das ist eigentlich zu kurzfristig, erlaubt aber wenigstens bei günstigen Bedingungen zu fliegen. Die Information aller Beteiligten: Piloten, Jäger, Helfer:innen ist aber bereits kritisch, weil ja fast alle Beteiligten ihrer Arbeit nachgehen müssen und nicht einfach jederzeit abrufbar sind.
Die knapp 24 Stunden Vorlaufzeit ermöglichen dank viel Goodwill dennoch die Aufgabe noch seriös erledigen zu können. Die Vorausflüge am Vorabend ergeben zwei Rehe in einer der Wiesen.
Rechtzeitig den Flughafen über unsere Flüge informiert, beginnen wir am Folgetag um 06.30 mit drei nahe beieinander gelegenen Wiesen. Einzig eine Katze findet sich dort. Diese kann durch die Helfer:innen zum verlassen der Wiese motiviert werden - zu ihrer eigenen Sicherheit. Den Bauern informiert, kommt der dann mustergültig gleich vor Ort und beginnt zu mähen.
Wir begeben uns nun zu den fünf weiteren Wiesen und haben bald gegen einen recht kräftigen Wind als Gegner anzukämpfen. Zum Glück sind die auftretenden Böen noch im tolerierbaren Rahmen, aber es gilt noch mehr Vorsicht walten zu lassen. In einer der Wiesen ist eine weitere Katze unterwegs und auch die verlässt die Wiese bald wieder.
In der Folge kann der Bauer alle Wiesen ohne Störungen mähen.
Ein anderer Bauer meldet eine Wiese für den 1. Mai frühmorgens an. Also wieder ein kurzfristiges Aufgebot. Immerhin kennen wir diese Wiese von früher und haben die Flugpläne dazu bereits. Aber Jäger und Helfer für einen Feiertag zu finden ist auch wieder eine spezielle Herausforderung! Pilot Daniel macht den Vorausflug am Abend unter schwierigen Windverhältnissen.
25. April 2026
In der gestern nicht beurteilbaren Wiese sind um 06.00 die Suchbedingungen nun ideal und so dauert es nicht lange, Entwarnung geben zu können. Immerhin sehen wie einen Rehbock nahe bei der Wiese am Waldrand und zwei Rehe in einer Wiese in der weiteren Umgebung. Der Bauer geht im Anschluss gleich mähen.
24. April 2026
Es ist immer sehr kritisch, wenn ein Bauer erst am späteren Vormittag Wiesen anmeldet und diese dann am frühen Nachmittag bereits mähen will. Die Sonneneinstrahlung führt dazu, dass beim Suchflug jede Menge Wärmepunkte entstehen, die einen erheblichen Mehraufwand beim Suchflug bedeuten und ein eigentlich vermeidbares Restrisiko darstellen. Fünf Wiesen haben wir so geprüft und davon eine als definitiv zu unsicher zum mähen taxieren müssen. Alle Wiesen darum zweifach abgesucht und die zu gefährliche auf Morgen in der Frühe verschoben war die Mission am Ende trotz schlechten Bedingungen erfolgreich.
23. / 24. April 2026
Die Wiese, wo wir letztes Jahr gleich 5 Kitze gefunden hatten ist Heute früh um 06.00 lediglich von einem Rehbock benutzt. So kann der Bauer dann gleich beruhigt mähen.
Auch ein anderer Bauer hat für Heute drei Wiesen angemeldet. Die sind völlig frei von Wild und somit ebenfalls "sicher" zu mähen.
Unsere Birsigtaler Kollegen finden hingegen ein erstes Rehkitz. Man muss also ab jetzt mit allem rechnen!
Alle diese Wiesen hatten wir schon am Vorabend zu später Stunde überprüft. Da waren noch insgesamt vier Rehe präsent, aber ebenfalls keine Kitze.
21. April 2026
Eine Spaziergängerin meint ein Rehkitz gesehen zu haben. Daher planen wir das zu verifizieren. Im besagten Gebiet fliege ich die ganze Umgebung ab, kann aber weder erwachsene Rehe noch ein Rehkitz orten. Hingegen stosse ich unerwartet auf einen recht grossen Wärmepunkt. Noch genug Tageslicht vorhanden löst sich das Rätsel. Es sind fünf Jungfüchse, die gemütlich zusammen ausserhalb des Baus ein Nickerchen machen. Ein ganz unerwartetes Erlebnis also.
19. /20. April 2026 - Erste Aufträge
Die erste Anfrage für 2026 trifft ein. Eine stattliche Wiese an einem Waldrand soll Morgen gemäht werden. Piloten, Jäger und Helfer:innen müssen als erstes informiert werden. Den Flugplan erstellt und den Flughafen rechtzeitig informiert, treffen wir drei Piloten uns mit Helfer:innen am Vorabend beim vorgesehenen Startpunkt. wir finden eine trächtige Rehgeiss bei der Wiese am Waldrand.
Entsprechend braucht es am folgenden Morgen früh eine nochmalige Überprüfung der Lage - alles ist möglich. Allerdings ist die Wiese am Morgen dann leer. Der Bauer mäht im Anschluss gleich und alles geht gut.
Über Mittag dann unerwartet ein Anruf eines anderen Bauern, der zwei Wiesen am Abend mähen will. So kurzfristig ist das alles andere als ideal. Die Tageswärme erschwert das erkennen von Kitzen, weil viele Pflanzen sich am Tag so stark erwärmen, dass die auch Wärmepunkte erzeugen. Auch Maulwurfshügel und manche Steine führen zu Wärmequellen. Zudem sind wir ja auch selber am arbeiten. Mit Glück kann ich Pilot Erwin mit dem Suchflug beauftragen und einen der Jäger erreichen. So kommt es am Schluss dennoch gut heraus, weil zum Glück kein Kitz vorhanden ist. Eine trächtige Rehgeiss muss aber aus der einen Wiese gedrängt werden.
11. April 2026
Heute treffen wir uns zu Hauptprobe mit den Absuchen einer grossen und mehrerer kleinerer Wiesen, die vermutlich demnächst gemäht werden dürften. Nicht unerwartet finden wir noch keine Rehkitze, aber immerhin 2 Rehe - eine Geiss und einen Bock.
Saison-Vorbereitungen März / April 2026
Das Jahr 2026 hat für uns damit begonnen unser Equipment zu überprüfen und erste Flugübungen zu machen. Nach der langen Pause ist vor allem das wieder erlangen der Fingerfertigkeit für exakte Flugmanöver wichtig.
So treffen wir uns ab dem 5. März insgesamt 3x zu Flugübungen, einmal auch mit Helfer:innen. Mit den Kollegen der Rehkitzrettung Birsigtal gibt es eine gemeinsame Übung.
Auch gibt es online Infoabende die von der Rehkitzrettung Schweiz organisiert sind, um uns mit technischen Änderungen und Optimierungen der Flugplanungs-Software vorzustellen.
Impressionen von Früheren Einsätzen
Legende zum Video unten Vier Augen sehen mehr als zwei........
Rettung per Mähbegleitung
Mobile Kitze sind kaum zu sichern